Keep it short or cut it off.
"Warum ich weine? Ich weine um die Welt, besser kann ich es dir nicht erklären. ich will die Welt verstehen, ich will, dass die Dinge beieinander bleiben, doch sie tun es nicht. Alles fällt auseinander und ich kann nichts dagegen unternehmen."
-Jens Steiner, Carambole
"When we got out of the tunnel, Sam screamed this really funny scream, and there it was. Downtown. Lights on buildings and everything that makes you wonder. Sam sat down and started laughing. Patrick started laughing. I started laughing.
And in that moment, I swear we were infinite."
-Stephen Chbosky, The perks of being a wallflower
"I saw the best minds of my generation destroyed by madness, starving hysterical naked,
(...)
angelheaded hipsters burning for the ancient heavenly connection to the starry dynamo in the machinery of night,
(...)
who wandered around and around at midnight in the railroad yard wondering where to go, and went, leaving no broken hearts,
(...)
returning years later truly bald except for a wig of blood, and tears and fingers, to the visible madman doom of the wards of the madtown of the East."
-Allen Ginsberg, Howl
"Die Poesie heilt die Wunden, die der Verstand schlägt."
-Novalis
Samstag, 30. November 2013
Montag, 25. November 2013
Thoughts about: Haare. Und Nägel. Alles aus Horn halt. (I)
Ich
stecke in einer Identitätskrise. In einer ganz tiefen. Wirklich. Und diese habe
ich, neben einigen anderen hier irrelevanten Faktoren, hauptsächlich zweier
biologischer Vorkommnisse des menschlichen Körpers zu verdanken, und ja, wer
Titel aufmerksam liest, wird nicht lange raten müssen, um zu erkennen, dass die
beiden Launenvermieser niemand anderes als diese Sippschaft willkürlich
angeordneter Fäden auf beinahe jedermanns Kopf sowie zehn merkwürdige
fingerspitzenüberwuchende ovale Platten sind, einfachheitshalber Haare und
Nägel genannt. Also. Fangen wir mit den Haaren an.
Eins.
Meine Haare stürzen meine zerbrechliche Seele in den Ruin. Es geht gar nicht um
die Länge, die ist ganz okay, auch nicht um die Beschaffenheit, obwohl ich
zugeben muss, dass es mir meine Haare leichter machen würden, wären sie einfach
glatt ODER gelockt. Und nicht so eine Wirrwarrmischung irgendwo mittendrin. Es geht auch nicht um die äusserst ausgeprägte Abbrechstimmung meiner Haare. Spliss ist wohl der grösste natürliche Feind eines jeden Langhaarträgers. Aber
naja. Um das geht es hier wirklich nicht. Ich rede von der Farbe. Auf der Welt gibt es Menschen mit blonden Haaren,
Menschen mit braunen Haaren und Menschen mit schwarzen Haaren. Und dann gibt es
da mich. Schwarz ist meine Mähne bestimmt nicht, aber eben auch nicht blond
oder braun. Sondern irgendwas dazwischen. Ein merkwürdiges hellbraundunkelblond.
Mit einzelnen schwarzen Haarsträhnen. Und orangen. Total unidentified. Und gar
nicht awesome. Manchmal fühle ich mich wie eine Blondine, an anderen Tagen wie
eine echte Brünette, aber im Hinterkopf schwirrt immer das Wissen, dass ich in
Wirklichkeit gar nichts von beidem bin. Das verwirrt meinen Verstand und
verunsichert meine Psyche, die doch in diesen wichtigen Jahren des
Heranwachsens möglichst ohne Probleme ihr Ich hegen und pflegen, ihre wahre
Identität finden sollte. Ich konnte meinen Haaren also nicht länger gewähren,
mich mit diesen Psychospielchen zu terrorisieren und griff zu drastischen
Massnahmen. So ritt ich auf meinem rotweissen Zauberzebra (Ob es wohl aufgrund
seiner leicht verwirrten Farbgebung ebenfalls unter Minderwertigkeitskomplexen
leidet?)zum Supermarkt und schnappte mir eine Farbe, die versprach, meine
Haarpracht in ein reines, strahlendes Blond zu verwandeln, und dies unwiderruflich
(Die andere Alternative, schwarz, schien mir etwas unangebracht, da ich so als
depressiver Emo gelten würde, wenn ich nicht
ununterbrochen jeden Tag zu jeder Stunde mit einem dämlichen, wenn nicht gar leicht
verblödetem Grinsen in der Visage umherwuseln würde).
„Abr dänn gsesch jo us wiä ä Barbie!“, hörte ich entsetzt von überzeugten Anti-Blondinen. Na und? Vielleicht bin ich ja tief im Herzen eine Barbie? Nun ja. Als ich nach eigenhändigem Färben, Einwirken und mühsamen Auswaschen sowie Föhnen meine Mähne im Spiegel betrachtete, dachte ich nur eins: Oh shit. Es gibt ja auch Menschen mit roten Haaren. Die hab ich ganz vergessen. Und aus Rache, ihre Existenz wohl noch nie wirklich wahrgenommen zu haben, haben sie mich dazu verdonnert, nun auch zu ihnen zu gehören. Jeah! Was von dieser Aktion übrigbleibt, ist das Gefühl der absoluten Desillusion jenseits des niedrigsten Nullpunkt, den die Welt je gesehen hat. Doch wo wir schon bei dieser Farbe sind.
„Abr dänn gsesch jo us wiä ä Barbie!“, hörte ich entsetzt von überzeugten Anti-Blondinen. Na und? Vielleicht bin ich ja tief im Herzen eine Barbie? Nun ja. Als ich nach eigenhändigem Färben, Einwirken und mühsamen Auswaschen sowie Föhnen meine Mähne im Spiegel betrachtete, dachte ich nur eins: Oh shit. Es gibt ja auch Menschen mit roten Haaren. Die hab ich ganz vergessen. Und aus Rache, ihre Existenz wohl noch nie wirklich wahrgenommen zu haben, haben sie mich dazu verdonnert, nun auch zu ihnen zu gehören. Jeah! Was von dieser Aktion übrigbleibt, ist das Gefühl der absoluten Desillusion jenseits des niedrigsten Nullpunkt, den die Welt je gesehen hat. Doch wo wir schon bei dieser Farbe sind.
Zwei.
Nägel. Also Fingernägel. Sie sind merkwürdig. Wenn ich sie anschaue, frage ich
mich, woraus eigentlich ihr Sinn besteht. Ich stelle mir vor, wie eine Hand
wohl ohne diese Dinger aussehen würde. Sehr merkwürdig. Oder welchen Anblick
erst ein Fuss ohne diese zehn Prachtstücke bieten würde. Vor allem aber könnte
ich all den nervenden Besserwissern dieser Welt die Augen nicht mehr auskratzen,
wenn auch nur in meinen Fantasien, sondern höchstens ausstechen. Aber das tönt
nicht so schön rabiat. Doch wieso malen wir überhaupt unsere Nägel an? Nägel sind
doch irgendwie der Spiegel unserer Psyche. Meine sind immer rot. Also rot
lackiert versteht sich. Ich hab schon ganz vergessen, wie meine Nägel nature,
so ganz nackt, aussehen. Wie kann ich da wissen, wer ich wirklich bin? Ich
weiss nicht ganz, was das zu bedeuten hat. Denn eigentlich mag ich rot gar
nicht so besonders. Und nun hab ich diese Farbe in den Haaren. Halleluja. Rot
scheint wohl der Ursprung all dieser Verwirrung zu sein, in der sich mein
Verstand zurzeit wiegt. Aber wie gesagt, eigentlich ist das merkwürdig, die
ganze Sache um Nagellack und Co. Nagelfeilen. Nagelscheren. Unterlack,
Überlack. Lack, der mit irgendwelchen magischen Kräften, genannt Magnetismus,
lustige Muster malt. Gelnägel. Nageltatoos. Mein Gott, sogar
Nagelpiercings. Ein ganzes
Nagelkonsumimperium regiert die Schönheitsbranche und zieht uns unbewusst die
Fäden hinter den Kulissen unserer so leicht manipulierbaren Geister. Aber laut
diversesten Quellen gilt der zweite Blick eines Menschen immer den Händen, die
natürlich topgepflegt und frisch maniküriert sein sollten, um einen guten
Eindruck zu hinterlassen. Als wäre es nicht natürlich, dass Nägel abbrechen,
Dreck unter sich sammeln wie Weltmeister und Nagelhäute zum schmerzhaften Einreissen bringen. Und so alles in einem
Blutbad hinterlassen, von dem man meint, die ganze Sauerei stamme aus den
Hinterlassenschaften eines trojanischen Krieges. Kein Wunder male ich meine
immer rot an. In ihnen schlummert ein blutrünstiges Wesen, das mein
allwissendes Ich, von dem ich selbst allerdings nicht wirklich viel weiss, mit der Farbe meines
Nagellackes besänftigen will. Vielleicht passen rote Nägel auch einfach nur
zu allem. Vor allem zu den frisch gefärbten roten Haaren. Aber egal. Fertig mit rot. Hauptsache, wir
sehen immer toll geschniegelt und gestriegelt aus. Es lebe die Oberflächlichkeit!
Da lohnt es sich echt, sich Gedanken drüber zu machen.
Fazit:
Diese Horngebilde, totes, gefühlsloses Material, sind es eindeutig wert, in
eine richtig, RICHTIG tiefe Identitätskrise zu fallen. Auf jeden Fall. Ohne
Wiederrede. Pssst da unten, ohne Wiederrede sagte ich.
Zwei
Typen, mit denen ich mich wirklich verbunden fühle. Sie sind so - nachdenklich.
Vor allem ihr Song, in dem sie über die wichtigste Frage im Leben philosophieren. Natürlich geht es um Haare (Does your hair go up, or does it go down? - Das nenn ich mal richtig philosophisch). Wie beruhigend, dass ich da nicht die Einzige bin.
Vor allem ihr Song, in dem sie über die wichtigste Frage im Leben philosophieren. Natürlich geht es um Haare (Does your hair go up, or does it go down? - Das nenn ich mal richtig philosophisch). Wie beruhigend, dass ich da nicht die Einzige bin.
Donnerstag, 7. November 2013
Brenn
Sie
geht aus, weil sie auf der Suche ist. Sie ist auf der Suche nach anderen
Poeten, die nachts vor ihre Türen treten, um die Sterne zu zählen und in den
Gesichtern der tanzenden Menschenmasse neue Charaktere für ihre Geschichten zu
finden. Sie sucht nach ihren Artgenossen, die die Schönheit der Welt mit
denselben Augen wie sie bewundern, die rastlos nach Worten suchen, um diese zu
beschreiben, nach Worten, die ihr diese Welt erklären können.
Sie wird immer angeschaut, egal wo sie ist, sie glaubt, es ist wegen ihrer Ausstrahlung.
Menschen beobachten sie aufmerksam, wenn sie mit ihr reden, so, als hätten sie Angst, sie könne demnächst ausbrechen und wilde Phrasen bellen, wie ein Hund, der eben noch in tiefsten Träumen schlummerte. Sie behandeln sie vorsichtig, als wäre sie ein anderes Wesen, zu sensibel, um ohne Handschuhe angefasst zu werden, zu sanft, um Worte böser Zungen ertragen zu können, zu dünnhäutig, um nicht bei einer harschen Bemerkung in tausend glitzernde Splitter zu bersten. Die Menschen senken ihren Blick, wenn sie ihre Augen sucht, sie haben Angst, ihre Gedanken, die sie wie einen Goldschatz hüten, an sie zu verlieren. Sie haben Angst, analysiert zu werden, wie ein Versuchsobjekt, Angst, zu viel von sich preiszugeben. Sie sind nicht böse, die Menschen, doch sie spüren, dass sie anders denkt, anders fühlt, anders sieht. Sie fürchten sich vor dem anderen. Sie gehen ihm aus dem Weg, werfen ihm nur einen hilflosen Blick zu, denn sie wissen nicht, was sie mit ihm anfangen sollen. Sie ist anders.
Und sie schreibt und schreibt und schreibt, bis ihr alle Worte entflohen sind.
Wo sind die Menschen, die brennen? Wo sind die Menschen, die sich um nichts kümmern? Die einfach in den Tag hineinleben, und alles, was auf sie zukommt mit einer gewissen Gleichgültigkeit entgegennehmen? Wo sind die Menschen, deren Herzen alleinig für die Poesie schlagen, deren einzige Nahrung aus Kaffee, Zigaretten und Büchern besteht? Wo sind die Lichter in der tiefen, dunklen Nacht, die ihr den Weg aus der Einsamkeit zeigen, der Einsamkeit, die sie schleichend vergiftet und langsam ihre immer schwächer glühende Flamme ausbläst, bis sie schliesslich ganz erlischt?
Ist sie denn ganz allein auf dieser Welt?
Sie wird immer angeschaut, egal wo sie ist, sie glaubt, es ist wegen ihrer Ausstrahlung.
Menschen beobachten sie aufmerksam, wenn sie mit ihr reden, so, als hätten sie Angst, sie könne demnächst ausbrechen und wilde Phrasen bellen, wie ein Hund, der eben noch in tiefsten Träumen schlummerte. Sie behandeln sie vorsichtig, als wäre sie ein anderes Wesen, zu sensibel, um ohne Handschuhe angefasst zu werden, zu sanft, um Worte böser Zungen ertragen zu können, zu dünnhäutig, um nicht bei einer harschen Bemerkung in tausend glitzernde Splitter zu bersten. Die Menschen senken ihren Blick, wenn sie ihre Augen sucht, sie haben Angst, ihre Gedanken, die sie wie einen Goldschatz hüten, an sie zu verlieren. Sie haben Angst, analysiert zu werden, wie ein Versuchsobjekt, Angst, zu viel von sich preiszugeben. Sie sind nicht böse, die Menschen, doch sie spüren, dass sie anders denkt, anders fühlt, anders sieht. Sie fürchten sich vor dem anderen. Sie gehen ihm aus dem Weg, werfen ihm nur einen hilflosen Blick zu, denn sie wissen nicht, was sie mit ihm anfangen sollen. Sie ist anders.
Und sie schreibt und schreibt und schreibt, bis ihr alle Worte entflohen sind.
Wo sind die Menschen, die brennen? Wo sind die Menschen, die sich um nichts kümmern? Die einfach in den Tag hineinleben, und alles, was auf sie zukommt mit einer gewissen Gleichgültigkeit entgegennehmen? Wo sind die Menschen, deren Herzen alleinig für die Poesie schlagen, deren einzige Nahrung aus Kaffee, Zigaretten und Büchern besteht? Wo sind die Lichter in der tiefen, dunklen Nacht, die ihr den Weg aus der Einsamkeit zeigen, der Einsamkeit, die sie schleichend vergiftet und langsam ihre immer schwächer glühende Flamme ausbläst, bis sie schliesslich ganz erlischt?
Ist sie denn ganz allein auf dieser Welt?
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