Sonntag, 7. September 2014

Ein blumiges Mädchen verwelkte


- old story reblossomed -
Die Welt war rund und schön, und als der Rosenkavalier dem jungen Mädchen eine rote, betörend duftende Blüte in die Hand legte und dazu seine schmeichelnden Augen in des Mädchens Gedanken einbrannte, wurde sie lieblich.
Und das junge Mädchen blühte auf, in Gedanken an diese Augen,
erblühte zu einer Orchidee, einer Lilie, einer Sonnenblume,
gedieh zum wunderschönsten aller Blumensträusse, schlug seine Wurzeln in den fruchtbaren Boden eines träumerischen Lebens mit diesen Augen.
Und es strahlte, versprühte seinen lieblichen Duft und verzauberte seine ganze Welt.
Zu sanften Harfenklängen tanzte das Mädchen Tag und Nacht, in Gedanken an diese Augen.
Doch eine Wolke zog auf, dort hinten am Horizont, der Wind blies, ein Sturm zog ins Land.
Denn die Augen waren verschwunden, geflohen vor dem im Tanze verlorenem blühenden Vergissmeinnicht, ohne auch nur halb so viele Gedanken an das blumige Mädchen verloren zu haben, wie es selbst an diese Augen vergeudet hatte.
Dunkelheit ereilte die liebliche Welt.
Die Harfenklänge verstummten, die Welt zersplitterte, alles Leben verrottete.
Kein Licht, das schien, kein Tropfen, der fiel.
Ein blumiges Mädchen verwelkte.

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