Das Kinojahr 2013 hat einiges hergegeben, obwohl es laut Statistik zu einem der schlechtesten Jahre der Schweizer Kinos zählt. An mir kann das nicht liegen, mit gut zwei Dutzend Kinobesuchen in diesem Jahr zähle ich mich zu einer leidenschaftlichen Cineastin. Ich sammle sozusagen Kinotickets wie andere Leute es mit Briefmarken oder Ü-Ei-Figuren tun. Die Geschichten, die dieses Jahr auf den Leinwänden flimmerten, waren berührend, packend, witzig und poetisch, alles in allem einfach wahnsinnig unterhaltend und inspirierend. Die Materie der meiner Meinung nach besten Filme will ich euch hier kurz näherbringen.
Grosses Kino
Zu den besten Blockbustern dieses Jahres gehören meiner Ansicht nach ganz klar Ang Lee's Life of Pi, die wunderbare Geschichte eines schiffbrüchigen Jungen, der über 200 Tage mit einem bengalischen Tiger auf dem Pazifik um sein Leben kämpft und dem Zuschauer Eintritt in die magische Welt Indiens gewährt, eine grossartige Adaption Yann Martel's gleichnamigen Roman, der zu den besten Büchern, die ich je gelesen habe, zählt.
Wenig später erschien Quentin Tarantino's Django unchained in den Kinos. Blutig wie gewohnt, mit nach Gerechtigkeit strebenden Figuren, ausgefeilten Dialogen, einem grossartigen Leonardo DiCaprio und einem noch grossartigerem Christopher Waltz, der mit seiner Performance in seinem zweiten Tarantino-Streifen sogleich den zweiten Oscar für den besten Nebendarsteller absahnte.
Im Frühjahr dann liess es Baz Luhrman mit seiner Fitzgerald-Adaption The Great Gatsby mächtig krachen. Ein Feuerwerk an Farben in dem ganz und gar nicht enthaltsamen New York der Zwanziger, in der Hauptrolle einmal mehr Leonardo DiCaprio, der sich mit diesem Streifen endgültig zu einem meiner Lieblingsschauspieler gemausert hat.
Im letzten Viertel des Jahres begeisterten dann noch zwei gelungene Fortsetzungen die Kinogänger, zum einen Francis Lawrence' Catching Fire, Fortsetzung des erfolgreichen "Hunger Games" mit einer unglaublich starken Jennifer Lawrence als Katniss Everdeen sowie Peter Jackson's Hobbit: Desolation of Smaug, der zweite Teil der Trilogie um die Reise des kleinen Hobbits, die gesamt als Prequel der mächtigen "Lord of the Rings"-Trilogie fungiert.
Im letzten Viertel des Jahres begeisterten dann noch zwei gelungene Fortsetzungen die Kinogänger, zum einen Francis Lawrence' Catching Fire, Fortsetzung des erfolgreichen "Hunger Games" mit einer unglaublich starken Jennifer Lawrence als Katniss Everdeen sowie Peter Jackson's Hobbit: Desolation of Smaug, der zweite Teil der Trilogie um die Reise des kleinen Hobbits, die gesamt als Prequel der mächtigen "Lord of the Rings"-Trilogie fungiert.
Science Fiction
Dieses Genre ist so faszinierend wie kaum ein anderes, ich liebe es, in abgefahrene intergalaktische Geschichten einzutauchen und zu sehen, was die Zukunft möglicherweise bringen wird. Das eindrücklichste Filmepos dieses Jahres ist mit Sicherheit Gravity von Alfonso Cuaron. Nicht nur durch die grandiose schauspielerische Leistung Sandra Bullocks, atemberaubende Ausblicke auf die Erdkugel und die Unendlichkeit des Weltalls sowie ausgezeichnetem Tonschnitt ist dieses Werk oscarwürdig; Noch nie hat sich 3D so sehr gelohnt wie hier, wenn in den schallverschlingenden Weiten des Alls durch Meteroitenschauer abgesplitterte Teile des Raumschiffes in das Publikum geschleudert werden oder die Tränen der um ihr Leben ringenden Ryan Stone in der Schwerelosigkeit dem Zuschauer entgegenschweben.
Daneben gehören zu den ganz grossen Science-Fiction-Würfen Oblivion von Joseph Kosinski sowie Elysium vom südafrikanischen Regiesseur Neill Blomkamp, der einige Jahre zuvor mit dem grossartigen "District 9" ein für hartgesottene Sci-Fi-Fans unverzichtbaren Streifen geliefert hat.
Indie/Kulturfilme
Wer auf grosse Explosionen und leicht durchschaubare Plots mit unabdingbarer Lovestory und Happy End einmal verzichten will und sich so von den teuren Hollywood-Produktionen entfernen will, war dieses Jahr ebenfalls gut bei unabhängigen Filmen aufgehoben.
Michel Gondry lieferte im Herbst mit L'écume des jours eine herrlich surreale Romanze, die in der zweiten Hälfte in eine düstere Depression abgleitet, die die letzten Bilder gar nur noch in schwarz-weiss zulässt. Fans von sprechenden Mäusen und anderen traumähnlichen Kuriositäten konnten hier völlig abtauchen.
Michel Gondry lieferte im Herbst mit L'écume des jours eine herrlich surreale Romanze, die in der zweiten Hälfte in eine düstere Depression abgleitet, die die letzten Bilder gar nur noch in schwarz-weiss zulässt. Fans von sprechenden Mäusen und anderen traumähnlichen Kuriositäten konnten hier völlig abtauchen.
Ebenfalls im Herbst brachte François Ozon seinen Streifen Jeune et Jolie auf die Leinwände. Die Geschichte der 17-jährigen Isabelle, die sich aus unerklärlichen Gründen in der Prostitution verliert ist wunderbar ehrlich, erschütternd und ungewohnt freizügig mit der grossartigen Marine Vacth in der Hauptrolle.
Ebenfalls überzeugte Cloud Atlas der Wachikowskibrüder mit Tom Twyker. Die Adaption des gleichnamigen Bestsellers David Mitchells verbindet sechs völlig unterschiedliche Geschichten, die sich in einem Zeitrahmen über 500 Jahre erstrecken, auf äusserst virtuoser Weise. Für jeden ist was dabei, von Seefahrt über Krimi bis postapokalyptischer Science-Fiction ist alles zu sehen.
Kürzlich erschien dann Only Lovers left Alive von Jim Jarmusch, eine herrlich düstere Romanze, die altgesessene Vampirmythen über Bord wirft.
Eigentlich kann ich unter all den Filmen, die ich bis jetzt gesehen haben, keinen absoluten Favoriten auserkoren, doch wenn ich es müsste, wäre es ganz bestimmt Beasts of the Southern Wild von Regiedebütanten Benh Zeitlin. Berührender war kein anderer Film dieses Jahr, der Streifen ist eine perfekte Mischung aus Indie und grossem Kino, wurde er doch in diversesten Kategorien für den Oscar nominiert, mit unter als besten Film. Grossartiger Soundtrack, atemberaubende Hauptdarstellerin.
Und was bringt das Kinojahr 2014?
Nun, einige interessante Streifen werden ins Kino locken, darunter Her von Spike Jonze, The Wolf of Wall Street von Martin Scorsese mit Leonardo DiCaprio, einmal mehr als millionenschwerer Geldsack, The Secret Life of Walter Mitty von und mit Ben Stiller, der bereits preisgekrönte Dreistünder La vie d'Adèle und Kill your Darlings von und mit Daniel Radcliff sowie gegen Ende des Jahres der Sci-Fi-Streifen Interstellar von Regiegrösse Christopher Nolan.
Was bleibt da mehr zu sagen als:
Es lebe das Kino!
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